3 Ideen für Aufmerksamkeit bei deinem Pferdefotoshooting

3 Ideen für Aufmerksamkeit bei deinem Pferdefotoshooting

Jeder kennt Traum-Pferdefotos: Das Pferd steht perfekt, blickt in die Kamera und die Ohren sind auf den Fotoapparat gerichtet. Wieviel Arbeit hinter diesen Fotos steckt, ist dem Betrachter oft nicht bekannt.

Im heutigen Beitrag erfährst du einfache Mittel, mit denen du die Aufmerksamkeit deines Pferdes auf dich lenken kannst, damit deine Fotos mehr Ausdruck bekommen.

Gesicht und Ohren lenken für ausdrucksstarke Fotos

Viele Pferdebesitzer kennen dieses Problem: Sie wollen schöne Fotos machen und das Pferd will einfach nicht dort hinschauen, wo man möchte. Oft benötigt der Pferdebesitzer nur ein paar kleine Ideen für bessere Aufmerksamkeit. Du kannst mit diesen einfachen Mitteln deine Fotos auf ein neues Niveau bringen.

Nicht immer Blick in die Kamera

Nicht jedes Foto muss mit perfekt nach vorne gerichteten Ohren sein. Manche Momente sind so perfekt und spontan, dass ein eingefangenes Gefühl wichtiger ist als alles Andere. Diese Fotos sind auch ohne Blick in die Kamera perfekt und zählen oft sogar zu meinen Lieblingsfotos von einem Fotoshooting. So etwas kann nicht geübt oder nachgestellt werden. Zu diesen Momenten zählen innige Umarmungen, eine zarte Berührung oder ein Bussi vom Pferd.

Dennoch gilt: bei Portraitfotos für Pferde sind ein gerichteter Blick und gespitzte Ohren gewünscht, denn diese Bilder wirken, als ob das Pferd in die Kamera schauen würde.

1. Die Klassiker für bessere Fotos

Diese Klassiker kennt jeder, dennoch möchte ich sie dir hier auflisten. Vielleicht kann ich dir einen neuen Denkanstoß für dein Fotoshooting liefern.

Leckerlis für mehr Motivation

Ich habe selten ein Pferd gesehen, das nicht ein bisschen auf ein Leckerli reagiert hätte. Oft lassen sich die Pferde besser positionieren, wenn du ihnen ein Leckerli vor die Nase hältst. Plötzlich kannst du die Beine von deinem Pferd ganz genau hinstellen und wenn du zwei Schritte zurücktrittst, kann ich ein Foto von deinem Pferd machen.

Zwischendurch belohne dein Pferd mit den Leckerlis, damit es weiter motiviert ist und brav stehenbleibt. So ist deinem Vierbeiner immer klar, dass er seinen Job gut macht.

Eine Karotte oder ein Apfel

Dein Pferd isst sicher gerne Äpfel. Nimm dir einige Scheiben mit. Diese Apfelscheiben kannst du hinter die Kamera halten und mit hoher Wahrscheinlichkeit wird dein Pferd hinschauen. Nach ein paar Fotos darf dein Pferd natürlich die Apfelspalte essen.

Eine Karotte kann ebenso große Wunder wirken. Bei einem Fotoshooting hatte ich ein Pferd vor der Linse, das perfekt mit einer Karotte gelenkt werden konnte. Wir haben das Pferd zentimetergenau bewegt und es hat immer zur Karotte geschaut. So sind ausdrucksstarke Fotos nur mit einer Karotte entstanden.

Der Schlüssel

Mit leichtem Geraschel können die Ohren von deinem Pferd nach vorne gerichtet werden. Öfters drehen die Pferde ihren Kopf oder den ganzen Körper in die Richtung. So können die Blicke gelenkt werden.

Da diese Aufmerksamkeits-Techniken oft schnell unwirksam werden, ist es wichtig mehrere Möglichkeiten zu wissen, wie du den Fokus von deinem Pferd lenken kannst. Manchmal funktioniert ein Mittel gar nicht, da muss der Fotograf schnell umdenken und weitere Tools parat haben um tolle Bilder zu erzeugen.

2. Trick 17 für den ultimativen Fokus

Wenn die ersten drei Tricks nicht funktioniert haben, versuche es doch mit einem von diesen dreien. Sie sind nicht für alle Pferde ideal. Deshalb empfehle ich vorher in einem sicheren Bereich auszuprobieren, wie dein Pferd darauf reagiert.

Die etwas besonderen Helfer:

  • ein Plastiksackerl
  • ein Spiegel
  • ein Quietsch-Spielzeug

Das Plastiksackerl

Wenn dein Pferd Plastikplanen oder Plastiksackerln aus dem Schrecktraining kennt, könnte dieses Geräusch auch die Aufmerksamkeit von deinem Pferd lenken. Du kannst das Sackerl zusammenknüllen, im Wind wehen lassen oder sachte damit herumwedeln.

Am Anfang setze ich das Plastiksackerl nur ganz dezent ein, damit sich dieses Geräusch nicht zu schnell abnutzt und dann nicht mehr die gewünschte Wirkung zeigt.

WICHTIG: Kein Pferd soll vor Angst durchgehen! Das heißt, wenn dein Pferd sehr sensibel ist und mit Angst auf Plastik reagiert, solltest du diesen Trick nicht anwenden.

Der Spiegel

Viele richtig ausdrucksstarke Fotos sind mit Spiegeln entstanden. Besonders bei Hengsten kann der Spiegel eine richtige Faszination auslösen. Ich weiß nicht den genauen Grund, allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass dein Pferd glauben könnte ein “Rivale” wäre in der Nähe. Deshalb plustert sich dein Vierbeiner auf, wird groß und wirkt imposant. 

Dieses Phänomen kannst du ausnutzen und einfach hinter die Kamera oder dorthin, wo das Pferd hinschauen soll, einen größeren Spiegel halten. Dein Pferd muss sich selbst sehen können, deshalb muss der Spiegel auch ein bisschen größer sein.

Quietsch-Spielzeug kann die Aufmerksamkeit auf sich ziehen

Diesen Trick verwende ich hauptsächlich für Hunde, aber bei Pferden kann das altbekannte Quietschie genauso Wunder wirken. Es macht einfach ein ungewöhnliches Geräusch auf welches dein Pferd reagieren wird.

Beachte dabei dein Pferd nicht zu erschrecken. Du kennst dein Pferd am besten und manche reagieren auf unbekannte Geräusche mit Angst und Panik. Wegen der Verletzungsgefahr empfehle ich diesen und auch andere Tricks vorher im Freilauf zu probieren. So kannst du testen, wie dein Pferd reagiert.

3. Nicht alleine mit deinem Pferd sein. Bring einen Helfer für dein Fotoshooting mit!

Wer könnte dir behilflich sein?

Am liebsten sind mir Helfer ohne Berührungsängste. Eine Reiter-Freundin oder dein Partner könnte dir bei den Fotos helfen. Dabei ist nicht nur das Tragen von zusätzlichen Outfits eine wichtige Hilfe, sondern auch das Versorgen vom Pferd, wenn es nötig ist.

Wie kann dir ein Helfer das Fotoshooting erleichtern?

Im besten Fall kennt sich der Helfer mit Pferden aus und hilft dabei das Pferd einzurichten, die Aufmerksamkeit zu lenken und hilft der fotografierten Person dabei sich nur auf die Fotos zu konzentrieren.

Bei Freilauf-Fotos ist es hilfreich, wenn zwei Leute das Pferd über die Weide lenken. Wenn nur eine Person vorhanden ist, steht das Pferd nach der ersten Runde in einer Ecke und wartet darauf wieder losgeschickt zu werden. Dadurch dauert es natürlich länger bis dein Traumfoto entsteht.

Bonus: Nicht übertreiben!

Die Mischung macht’s. Wenn dein geliebter Vierbeiner mehr Motivation benötigt, werden Leckerlis benötigt. Auch eine kurze Pause um dein Pferd grasen zu lassen, fördert die Konzentration.

Außerdem sollten wir dein Pferdchen auf keinen Fall überfordern. Das heißt: Gib mir bitte Bescheid, sobald sich dein Pferd mehr nicht normal verhält oder grantig wird. Wir versuchen selbstverständlich möglichst viele Pausen einzubauen und viel Spaß beim Fotoshooting zu haben, aber manchmal hat dein Pferd einen schlechten Tag. Dies müssen wir respektieren und falls gar keine schönen Fotos entstehen, machen wir einen Ersatztermin aus.

Noch Fragen?

Du hast jetzt Lust auf neue Fotos von deinem Pferd und dir bekommen und möchtest sofort dein Traumfotoshooting buchen oder du hast noch weitere Fragen:

Dann ruf mich gleich an oder schreibe mir eine Nachricht.

3 Ideen für Aufmerksamkeit bei deinem Hundefotoshooting

3 Ideen für Aufmerksamkeit bei deinem Hundefotoshooting

Ohren und Augen nach vorne bei den Fotos

Nicht nur du musst in die Kamera schauen. Der Blick und die Aufmerksamkeit deines Hundes sollten auf die Kamera gerichtet sein. Das kann mit Leckerlis, einem Spiegel oder einem Spielzeug erreicht werden. Diese Möglichkeiten sind bekannt, aber es gibt noch viel mehr.

Nicht immer Blick in die Kamera

Deine Fotos werden nicht automatisch perfekt und emotional wenn dein Hund immer in die Kamera schaut. Manchmal sagt ein inniger Blickkontakt mehr als tausend Worte. Ich bemühe mich bei meinen Fotoshootings diesen besonderen Moment auf deinen Fotos einzufangen. Allerdings werden auch Bilder mit direktem Blick in die Kamera in deiner Auswahl vorkommen. Die Mischung macht den perfekten Mix.

1. Die Klassiker für optimale Fotos

Jeder kennt sie und das aus gutem Grund. Fast alle Hundebesitzer haben beim Spaziergang Leckerlis oder ein Spielzeug mit. Da wir Kommados oder Kunststück von deinem Hund bei Fotoshooting fordern, sind tolle Belohnungen besonders wichtig.

Die Klassiker

  • Leckerlis
    • besonders gute, wie Käse oder Wurst
    • zum Abwechseln Trockenfutter
  • Spielzeuge
    • Zerr-Spielzeug
    • Quietsch-Spielzeug
  • eventuell ein Objekt zum Apportieren (schwimmfähig & nicht schwimmfähig), wenn das deinem Hund viel Spaß macht

Leckerlis für Tricks

Muss dein Hund Tricks für euer Fotoshooting können? Nein, muss er nicht. “Sitz” und “Platz” genügen vollkommen. Warum sind Leckerlis so wichtig für ein Fotoshooting? Weil sie den Hund motivieren und du damit das Beste aus dem Fotoshooting heraus holen kannst.

Zerr-Spielzeug als Belohnung und für den perfekten Fokus

Das Lieblingsspielzeug ist eine wahre Wunderwaffe: damit kannst du rumfuchteln um die Augen von deinem Hund zu lenken oder ihn nach einer Weile “Sitz” richtig toll zu belohnen. Da sich niemand zwei Stunden durchgehend konzentrieren kann, sind mir Pausen zwischen den einzelnen Sets sehr wichtig. Dein Hund darf zwischendurch schnüffeln und spielen. Auch dies fördert die Konzentration, wenn wir sie benötigen.

Quietsch-Spielzeug kann die Ohren nach vorne richten

Ich habe bei jedem Fotoshooting ein Quietsch-Spielzeug mit. Nicht, dass der Hund damit spielen kann, sondern um die Aufmerksamkeit direkt auf die Kamera zu richten. Manchmal hilft es auch etwas weiter weg von dem Fotoapparat ein Geräusch zu machen, so kann der Blick von deinem Vierbeiner gelenkt werden.

2. Trick 17 für den ultimativen Fokus

Die etwas besonderen Helfer:

  • ein Plastiksackerl
  • ein Spiegel
  • ein Schlüssel

Das Plastiksackerl

Ein einfaches Sackerl aus Plastik kann soviel bewirken. Deshalb ist es immer in meinem Fotoshooting-Repertoire. Die Plastiktüte kann zusammengeknüllt werden oder an einer Leine auf dem Boden herumgezogen werden. Ich verspreche dir: da springen die Ohren sofort nach vorne und dein Hund schaut ganz gebannt, was mit diesem interessanten Ding passiert.

Der Spiegel

Ein Spiegel wirkt im ersten Moment eventuell komisch oder fehl am Platz. Allerdings jeder, der schon einen Hund in einen Spiegel starren gesehen hat, weiß: Es wirkt! Ich packe den Spiegel gerne aus, wenn wir besonders ausdrucksstarke Portraitbilder von deinm vierbeinigen Liebling machen wollen. Dein Hund wird aufmerksam in den Spiegel schauen und auch den Spiegel mit seinen Augen verfolgen. Genau diese Blicke halte ich fest.

Der Schlüssel

Jeder trägt einen Schlüsselbund mit sich herum. Warum diese Schlüssel nicht auch für Fotos nutzen? Durch Schütteln klingelt der Schlüssel. Dies ist ein ungewöhnliches Geräusch für deinen Hund. Manchmal kann der Helfer den Schlüssel auch hinter dem Körper oder hinter der Kamera schütteln, dadurch sucht der Hund nach dem Geräusch.

3. Nicht alleine mit deinem Hund sein. Bring einen Helfer für dein Fotoshooting mit!

Wer könnte dir behilflich sein?

Hast du einen Partner oder eine Freundin? Oder gibt es Mitglieder in deiner Hundeschule, die euch unterstützen könnten? Eventuell findest du einige Hundefreunde, die sogar mit dir ein Sammelfotoshooting buchen möchten. So könnt ihr euch gegenseitig bei euren Einzelfotoshootings helfen.

Wie kann dir ein Helfer das Fotoshooting erleichtern?

Dein Begleiter kann sich nicht nur zum Affen machen und hinter der Kamera herumhampeln, er kann auch mit dem Spielzeug oder einem Leckerli hinter der Kamera stehen.

Dadurch ist es mir möglich mich auf das Wesentliche konzentrieren: wunderbare Fotos zu machen. Oft muss ich Fotograf und Helfer in einer Person sein. So ist meine Konzentration natürlich geteilt und dies ist nicht gut für deine Fotos. Deshalb gilt: organisiere dir einen Helfer, um das meiste aus deinem Fotoshooting herauszuholen.

Bonus: Nicht übertreiben!

Die Mischung macht’s. Wenn dein dein Vierbeiner mehr Motivation benötigt, werden Leckerlis oder ein Spielzeug ausgepackt. Nach einer kurzen Spiel-Pause oder einigen Übungen können sich alle wieder besser konzentrieren.

Außerdem sollten wir deinen Hund auf keinen Fall überfordern. Das heißt: Gib mir bitte Bescheid, sobald dein Hund sich nicht normal verhält oder zu aufgedreht ist. Wenn es deinem Hund zu viel wird, machen wir eine Pause. Während dein Hund schnüffelt oder einfach frei herumläuft, können wir die bereits entstandenen Fotos ansehen und besprechen wie dein Fotoshooting weitergehen soll.

Noch Fragen?

Du hast jetzt Lust auf neue Fotos von deinem Hund und dir bekommen und möchtest sofort dein Traumfotoshooting buchen oder du hast noch weitere Fragen:

Dann ruf mich gleich an oder schreibe mir eine Nachricht.

5 Tipps für dein Pferdefotoshooting

5 Tipps für dein Pferdefotoshooting

Dein Traumfotoshooting steht bevor, aber du bist noch unsicher, wie du dich am besten auf das bevorstehende Ereignis vorbereiten kannst und was du alles vor dem Fotoshooting bedenken solltest. Lies dir diesen Beitrag durch, dann bist du super vorbereitet.

Diese 5 Tipps führen zu einem entspannten und lustigen Pferdeshooting mit dir und deinem Liebling.

1. Fotoshootinglocation suchen

Bei Pferdefotoshootings komme ich normalerweise in deinen Stall. Meistens sehe ich den Stall zum ersten Mal und muss mich natürlich vor dem Fotoshooting umsehen. Deshalb werde ich immer mindestens eine halbe Stunde vor Shootinganfang im Stall sein.

Aber um ein perfektes Ergebnis zu erzielen, wäre es sehr toll, wenn du dich auch nach einer Super-Location für euer Fotoshooting umsehen würdest. Bei eurem nächsten Ausritt reite einfach mit offenen Augen eine Runde um den Stall. Die perfekte Location ist abwechslungsreich, hat keine störenden Gegenstände oder Gebäude im Hintergrund und ist deinem Pferd zumindest ein bisschen bekannt.

Natürlich kann die Location auch neu für dein Pferd sein. In dieser Situation rate ich dir dazu, vor dem Fotoshooting diese Location öfters mit deinem Pferd zu besuchen, damit sich dein vierbeiniger Liebling am Shooting-Tag wohlfühlt und nicht gestresst ist. So können die besten Fotos von dir und deinem Pferd entstehen.

Tolle Fotolocations sind zum Beispiel:

  • eine Koppel oder große Wiese mit etwas höherem Gras
  • ein kleiner Waldweg oder ein kleines Stück Wald
  • ein kleiner See oder Fluss mit Möglichkeit für euch ins Wasser zu gehen (wenn dein Pferd gerne baden geht)
  • eine Blumenwiese mit einer Bank zum Sitzen oder einem Holzstoß
  • ein abgelegener Strand (aber das ist in Österreich leider nicht möglich)

Klassiker, die aber nur in Absprache mit einem Bauern möglich sind:

  • ein Mohn- oder Kornblumenfeld
  • ein Stoppelfeld
  • ein Rapsfeld in voller Blüte

Es kann auch hilfreich sein, wenn die Location etwas abgelegen ist, denn ein abgelenktes Pferd sieht immer in die falsche Richtung. Dies ist kein Muss, kann sich aber positiv auf die Fotos auswirken. 

Sei bitte nicht entmutigt, falls du nichts “Passendes” findest. Manchmal ist genau das spannend und wir entdecken gemeinsam neue Orte rund um deinen Stall.

Traumfotoshooting nicht im Stall?

Falls du nicht in deinem Reitstall das Fotoshooting abhalten willst, ist das natürlich auch möglich. In dieser Situation sollte mindestens einer von uns beiden die Location gut kennen. Warst du schon einmal mit deinem Pferd dort? Ist es erlaubt dort Pferdefotoshootings abzuhalten? Hast du Fotos von dieser Location? Das hilft mir sehr dabei zu evaluieren, ob dieser Ort für dein Traumfotoshooting geeignet ist.

2. Verschiedene Outfits mitnehmen

Nur die Location alleine macht nicht das perfekte Foto aus. Auch das Outfit ist ein wichtiger Teil von einem ansprechenden Bild. Um hier bestens aufgestellt zu sein, nimm bitte mehr als ein Gewand mit. Am besten sind drei verschiedene Optionen:  ein legeres Alltags-Outfit mit Jeans und T-Shirt, ein etwas schöneres Top und eventuell ein schönes Kleid. So habt ihr bei den Fotos das Gefühl, es wurden mehrere Fotoshootings an dem selben Tag gemacht.

Partnerlook für dich und dein Pferd

Sehr toll sieht es natürlich auf den Fotos aus, wenn du und dein Pferd im Partnerlook oder zumindest ein bisschen aufeinander abgestimmt seid. Also kannst du am Fototag auch für dein Pferd mehrere Outfits mitnehmen. Natürlich alle frisch gewaschen und ohne Flecken. Das klingt zwar selbstverständlich, aber ich habe schon oft Dreckflecken wegretuschiert. Diese Arbeit kannst du mir ersparen, dafür können wir gemeinsam mehr Zeit am Fotoshooting-Tag verbringen.

Dramatische Ballkleidfotos gefällig?

Jeder kennt die romantischen Hochzeitskleid-Fotos mit Blumen im Haar. Wenn du möchtest, kannst du natürlich auch ein Ballkleid oder etwas Ähnliches mitnehmen. Damit können super dramatische und romantische Fotos entstehen. Obwohl nicht meine Spezialität, mache ich solche Fotos auch manchmal sehr gerne. Bitte gib mir vorher Bescheid, denn ich muss mich auch ein bisschen darauf einstellen. Auch die richtige Tageszeit ist in dieser Situation sehr wichtig und muss bei der Terminvereinbarung bedacht werden.

3. Spaß am Fotoshooting haben

Die innere Ruhe zu behalten, wenn dein Pferd sich nur im Kreis dreht und nicht stehen bleibt, ist wahnsinnig schwierig! Das ist mir sehr bewusst, aber auch in dieser Situation solltest du Ruhe bewahren und eher darüber lachen. Probier es mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gelassenheit. Ich drücke im richtigen Moment ab und es werden viele schöne Bilder in der Auswahl für dich sein, auch wenn es sich gerade nicht so anfühlt. Das kann ich dir versichern!

Mehr Motivation mit Locationwechsel

Die besten Chancen auf harmonische Fotos habt ihr, wenn wir mit Gelassenheit weiter Fotos machen und einfach Spaß haben. Oft hilft es auch die Location zu wechseln oder eine andere Aktivität zu wählen. Vielleicht fühlt sich dein Pferd an diesem Platz nicht wohl. Dann sollten wir es deinem Liebling einfacher machen und etwas Neues ausprobieren. Kurz dein Pferd grasen oder auf der Koppel frei laufen lassen, ist oft hilfreich um deinem Pferd die Arbeit einfacher zu machen.

4. Super-Leckerlis und einen Helfer dabei haben

Kann dein Pferd Kunststücke, die auf Fotos gut aussehen, wie zum Beispiel ‚Steigen‘, ‚Liegen‘ oder ‚Spanischer Schritt‘? Dann sind tolle Leckerlis ein absolutes Muss. Auch um die Konzentration zu stärken und weitere Motivation bei deinem Pferd zu erzeugen, können Leckerlis sehr hilfreich sein.

Welche Vorteile bietet ein Fotoshooting-Helfer?

Gerade bei Pferdefotoshootings ist ein Helfer ungemein wichtig. Oft findet sich jemand im Stall, der dich unterstützen kann oder dein Partner hat Zeit, um dir zu helfen. Warum sind zusätzliche Hände so hilfreich? Um dein Pferd auf den Fotos schön dreinschauen zu lassen, verwende ich mehrere Tricks. Leider ist es mir nicht möglich gleichzeitig einen Spiegel zu halten und von einem anderen Punkt Fotos zu machen. Hier kommt der Helfer ins Spiel. Er kann Dinge halten, mit Schlüsseln rascheln oder dir das Pferd für einen Outfitwechsel abnehmen.

5. Sei offen und probiere verschiedene Posen aus

Oft fühlen sich die Posen erstmals komisch an und du fühlst dich vielleicht noch nicht ganz wohl. Dir muss aber nichts peinlich sein. Auf den Fotos sieht es sicher wundervoll aus. Probiere es aus und ich zeige dir auch zwischendurch die Fotos auf meiner Kamera, um dir ein bisschen Feedback zu geben. Du kannst mir natürlich sagen, was dir besonders gut gefällt oder ob dir die Fotos überhaupt nicht zusagen. Dadurch können wir sehr schnell festlegen, welche Posen wir noch einmal probieren und welche wir eher nicht ein zweites Mal fotografieren. 

Zeige mir Beispielbilder

Es ist auch sehr hilfreich sich vorher Beispielbilder von anderen Fotografen oder aus meinem Portfolio herauszusuchen. Zeig mir diese Bilder am besten vor oder während des Fotoshootings. So verstehe ichgenau was du dir vorstellst und wünschst. Ich kann auch diese Wünsche sofort ins Fotoshooting einarbeiten und im besten Fall alles erfüllen, was du dir vorstellst. 

Ich werde ehrlich sein und dich bestens beraten

Allerdings werde ich dir auch klipp und klar sagen, wenn etwas nicht so funktionieren kann. Zum Beispiel: Es ist leider nicht realistisch ein super romantisches Sonnenuntergangsfoto von dir und deinem Pferd im Ballkleid und mit Blumen zu machen, wenn wir einen Fototermin am frühen Nachmittag haben und weit und breit kein Sonnenuntergang, Ballkeid oder Blumen in Sicht sind. Solche Wünsche müssen im Vorfeld besprochen werden und dabei bedarf es ein bisschen mehr Vorbereitung.

Noch Fragen?

Du hast jetzt genügend Selbstvertrauen bekommen und möchtest sofort dein Traumfotoshooting buchen oder du hast noch weitere Fragen:

Dann ruf mich gleich an oder schreibe mir eine Nachricht.

5 Tipps für ein Hundefotoshooting

5 Tipps für ein Hundefotoshooting

Du möchtest mit deinem Liebling ein professionelles Fotoshooting machen, weißt aber noch nicht genau, wie du dich darauf vorbereiten kannst und was beim Fotoshooting wichtig ist? Dann ist dieser Beitrag genau das Richtige für dich.

Ich gebe dir heute 5 Tipps für ein gelungenes Hundefotoshooting mit dir und deinem vierbeinigen Begleiter.

1. Fotoshootinglocation suchen

Du und dein Hund kennen die Gegend, wo du lebst, am besten. Da ich zu dir komme um Fotos von euch zu machen, könntest du dich ein paar Tage vor dem Fotoshooting auf die Suche nach geeigneten Locations begeben. Außerdem ist es hilfreich deinen Hund an diese Locations ein bisschen zu gewöhnen, damit er nicht allzu abgelenkt vom neuen Umfeld ist. 

Tolle Fotolocations sind zum Beispiel:

  • eine große Wiese mit etwas höherem Gras
  • ein kleiner Waldweg
  • ein kleiner See oder Fluss
  • eine Blumenwiese mit einer Möglichkeit zum Sitzen
  • ein Park in der Stadt
  • ein schönes Haus mit toller Fassade
  • eine Graffiti-Wand mit vielen bunten Mustern
  • ein abgelegener Strand (aber das ist in Österreich leider nicht möglich)

Eine Super-Location ist abwechslungsreich, hat keine störenden Gebäude im Hintergrund und ist ein bisschen abgelegen. Aber ganz wichtig ist: auch in einer nicht idealen Location kann man Traumfotos machen. Ein Wald oder eine Wiese können sich gut eignen, aber auch vor einem schönen Gebäude oder in der Stadt können wunderschöne Fotos entstehen. Sei nicht entmutigt, wenn du nichts “Passendes” findest. Manchmal ist genau das spannend und gemeinsam entdecken wir neue Orte rund um dein Zuhause.

Ich kenne auch einige Orte in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. Fotografiert habe ich auch schon an sehr unterschiedlichen Plätzen. Gerne kannst du mich nach einer geeigneten Location fragen und wir treffen uns vor Ort.

2. Mehr als ein Outfit beim Fotoshooting

Nimm zum Fotoshooting bitte nicht nur ein Gewand für dich und deinen Hund mit, sondern lieber drei verschiedene Outfits. Ein legeres Alltags-Outfit mit Jeans und T-Shirt, ein etwas schöneres Top und eventuell ein schönes Kleid. Das kann zu vielen sehr unterschiedlichen Bildern führen, vor allem wenn die Location nicht besonders abwechslungsreich ist.

Drei Hundefotoshootings zum Preis von einem

Außerdem habt ihr bei den Fotos das Gefühl es wurden mehrere verschiedene Fotoshootings an dem Tag gemacht. Wenn du möchtest, kannst du natürlich auch ein Ballkleid oder etwas Ähnliches mitnehmen. Damit können super dramatische oder romantische Fotos entstehen.

3. Ruhe ausstrahlen und Spaß haben

Ruhe und Gelassenheit ist nicht immer einfach. Vor allem nicht, wenn der liebe Hund an dem wichtigen Fotoshooting-Tag nicht mitmachen will, keine Konzentration hat und schon gar nicht so dreinschaut, wie du es dir erhofft hast. Hier ist es besonders wichtig Ruhe zu bewahren und keine Stress aufkommen zu lassen. Es werden wundervolle Bilder in der Auswahl sein, auch wenn es sich gerade nicht so anfühlt! 

Locationwechsel für mehr Konzentration

Gute Chancen auf viele schöne Fotos habt ihr, wenn wir mit Gelassenheit weiter Fotos machen und einfach Spaß haben. Oft hilft es die Location zu wechseln oder eine andere Aktivität zu wählen. Vielleicht fühlt sich dein Hund an diesem Platz nicht wohl oder wird duch einen Reiz sehr stark abgelenkt. Dann sollten wir es ihm einfacher machen und etwas Neues ausprobieren. Kurz mit deinem Hund zu spielen, ist in den meisten Fällen auch sehr hilfreich.

4. Die besten Leckerlis mitnehmen

Ohne Überredungskunst werden die geübten Kunststücke nicht funktionieren. Also, nicht die besten Leckerlis zu Hause vergessen. Bitte nimm Leckerlis mit, die dein Hund extrem toll findet, wie zum Beispiel Schinken oder kleine Stückchen Käse. Das langweilige Trockenfutter lass bitte zu Hause.

Das Lieblingsspielzeug mitnehmen

Das beliebtestes Spielzeug von deinem Hund kann auch Wunder wirken. Nimm es auf alle Fälle mit. Auch als Belohnung kann das Spielzeug eingesetzt werden. Zwischen den einzelnen Fotos kannst du mit deinem Hund spielen und ihm so eine kleine Pause vom Fotoshootingstress gönnen. 

Im Vorfeld an der Location üben

Übe die Kunststücke und ein bisschen Grundgehorsam vor dem Fotoshooting mit deinem Hund an der Location, damit dein Hund schon weiß, dass an diesem Ort auch Arbeit und Konzentration verlangt werden kann. Auch in Ruhe einmal dort spazieren gehen ist eine gute Vorbereitung. Gewöhnt sich dein Hund an vorhandenen die Gerüche und die neue Gegend.

5. Probiere verschiedene Posen aus

Ja, es fühlt sich komisch an, aber vieles sieht auf den Fotos wundervoll aus. Dir braucht nichts peinlich zu sein. Mir ist bei meinen Fotoshootings eine entspannte Atmosphäre sehr wichtig. Du und dein Hund sollt euch beim Fotoshooting so fühlen, als wäre ich eure beste Freundin. Unter Freundinnen ist bekanntlich nichts peinlich und alles erlaubt.

Beispielbilder vorbereiten

Es ist sehr hilfreich sich vorher Beispielbilder von anderen Fotografen oder aus meinem Portfolio herauszusuchen. Zeig mir diese Bilder am besten vor oder während des Fotoshootings, dann verstehe ich genau was du dir wünschst. Ich kann auch diese Wünsche sofort ins Fotoshooting einarbeiten und im besten Fall alles erfüllen, was du dir vorstellst. 

Ehrlichkeit ist besser als falsche Erwartungen

Allerdings werde ich dir auch klipp und klar sagen, wenn etwas nicht so funktionieren kann. Zum Beispiel: Es ist leider nicht realistisch ein super romantisches Sonnenuntergangsfoto von dir und deinem Hund zu machen, wenn wir einen Fototermin am frühen Nachmittag haben. Da ist leider noch kein Sonnenuntergang in Sicht.

Noch Fragen?

Du hast jetzt genügend Selbstvertrauen bekommen und möchtest sofort dein Traumfotoshooting buchen oder du hast noch weitere Fragen:

Dann ruf mich gleich an oder schreibe mir eine Nachricht.

Meine Reitschulgeschichte

Meine Reitschulgeschichte

Ich denke immer wieder über meine Reitgeschichte nach. Wie ich angefangen hab, über meinen manchmal sehr steinigen Weg und auch daran wo ich jetzt bin.

Ich habe eigentlich durch eigenen Antrieb angefangen und auch immer zu allem pferdigen stehen müssen, weil in meiner Familie nicht viele etwas mit Tieren generell was zu tun haben. Meine ersten Stunden habe ich in einem Stall im Nachbarort gehabt. Nach nur wenigen Stunden wurde ich dann in die Bahn entlassen. Damals wusste ich nichts. Wie halte ich mein Pferd an? Was muss ich machen damit es trabt? Wie lenke ich? (Manchmal denke ich mir sogar das ich nichtmal wusste wo vorne und wo hinten ist) Da die Reitlehrerin und der Betrieb eindeutig nichts für mich war (das wusste ich schon mit 7 Jahren) habe ich mit der Unterstützung meines Vaters nach einem neuen Reitstall gesucht.

Dann war ich bei einer Reitlehrerin gelandet, die eigentlich sehr qualitativen Unterricht gemacht hat. Das war auch sehr lange eine sehr gute Möglichkeit weiter zulernen.  Ich bin aber nach einiger Zeit mit ihrer Art aber überhaupt nicht mehr zurechgekommen. An einem Tag war man die beste Schülerin die sie je gehabt hat und am nächsten hat man von gar nichts mehr eine Ahnung gehabt und sogar das Pferd falsch geputzt. (das Kakeflecken auf einem Schecken nicht immer gut rausgehen ist ihr aber esgal gewesen) Irgendwann war ich an einem Punkt angelangt wo ich mich nicht mehr gefreut habe auf die Reitstunden und ich ging wieder auf Stallsuche.

Gefunden habe ich einen Stall in dem Abteilungsreiten angeboten wurde. Nicht ideal, ganz klar, aber viel besser als nix. Die Atmosphäre war sehr nett und ich habe mich wieder gefreut in den Stall zu kommen. Die Reitlehrerin war robust aber sehr ehrlich und ihr waren die Pferde wichtig. Dort habe ich auch meinen Reiterpass gemacht. Leider habe ich nach ein paar Jahren bemerkt das viele Mädchen, die ungefähr gleichzeitig mit mir angefangen haben eigene Pferde bekamen und ich nicht. Wieder musste ich bemerken, dass ich nichts mehr lernen konnte beim Abteilungsreiten und ich habe beschlossen eine Pause einzulegen.

 

Maggy Strandreiten Grömitz Lensterstrand 1

Ich hab vor kurzem erst erfahren das sie den Betrieb aufgeben. Sehr schade eigentlich, weil ich finde das so ein Betrieb gar nicht so schlecht ist um mit dem Reiten anzufangen. Natürlich ist bei jedem Betrieb immer Platz für Verbesserungen, aber alles in allem war es eine sehr tolle Stallatmosphäre und das ist oftmals entscheidend.

Ein paar Monate später habe ich gemerkt, dass ich eindeutig nicht ohne Pferde kann und eine Anzeige aufgegeben (auf ich-hab-ein-pferd.com) für ein Pflegepferd. Ich habe in meiner Anzeige geschrieben das ich höchstens ein Jahr das Mitreitpferd haben kann, weil ich danach auf meine Reise fahre. Noch dazu gekommen ist das ich auch keine Führerschein geschweige den ein Auto hatte. Also musste das nette Pferdchen in Rad-Nähe sein. Eigentlich habe ich gedacht, dass das Viele abhalten wird mir zu schreiben. Ganz erstaunt war ich dann wie sich einfach an einem Tag fünf Leute gemeldet haben. Ich habe mich dann sogar entscheiden können und ich habe mich für Amigo entschieden. Eine wunderbare Entscheidung. Mehr Infos zu Amigo im Beitrag „Amigo“

Mich würde interessieren wie euer Weg ausgesehen hat bis jetzt! Wie seit ihr überhaupt zum Reitsport gekommen? Habt ihr in einer Reitschule angefangen oder durch Eltern oder Verwante? Seit ihr zufrieden mit eurer Ausbildung gewesen? Wie habt ihr vl zu Privatpferden gewechselt oder euer erstes eigenes Pferd bekommen?

Reitstunden auf Englisch? Das kann ich!

Reitstunden auf Englisch? Das kann ich!

Dies ist die Geschichte wie ich zu meiner ersten Reitschülerin gekommen bin. An einem schönen Tag ist eine italienische Familie an den Hof gekommen und hat auf Englisch nach Reitstunden gefragt. Die Einzige die Englisch und noch dazu Reitenglisch konnte war ich. Ich durfte eine Probestunde unter den Augen meiner Meisterin machen und ich war anscheinden gut und meiner Reitschülerin hat es gefallen. Sie ist mit einem Grinser von Schneewittchen abgestiegen und hat sofort nach einer weiteren Reitstunde verlangt.

Bei der nächsten Reitstunde habe ich mich schon etwas wohler gefühlt. Ich konnte ihr verschiedene Sachen beibringen und habe auch langsam versucht mehr und mehr Deutsch mit ihr zu reden, damit sie nach einiger Zeit zu einer anderen Reitlehrerin wechseln könnte. Woche um Woche wurde meine Reitschülerin sicherer auf dem Pony und ist auch einige Runden frei galoppiert.

Immer wieder wurde ich überprüft und mir wurden Tipps zur Verbesserung meines Unterrichts gegeben. Diese Zeit habe ich sehr genossen, weil es war genau, dass war was ich immer machen wollte. Ich wollte Reitlehrerin werden und es macht mir auch dualer Unterricht sehr viel Spaß und ich finde, dass Kinder auch sehr gut davon profitieren können.

Den Wunsch mein Wissen rund um Pferde an Kinder weiterzugeben habe ich noch immer nur werde ich nicht über eine Pferdewirtlehre mir diesen Traum erfüllen, sondern ganz in Ruhe Trainerscheine machen und schauen was das Leben mir noch so bringt.

Stute und Fohlen in der Baugrube

Stute und Fohlen in der Baugrube

Die prägendste Situation meiner Lehre hat mit einer Katastrophe zu tun. Wie könnte es auch anders sein. Um zu den Koppeln zu kommen mussten wir entweder an der Straße entlang (ungefähr einen Kilometer) oder an einer Baustelle entlang (ungefähr 250 Meter). Es ist wohl einfach welchen Weg wir bevorzugten. Den kurzen, schnellen, aber wie sich herausstellen sollte gefährlichen Weg. Alle Pferde mussten diesen Weg entlang: egal ob Stuten mit Fohlen, Privatpferde oder halbwilde Ponys mit Dickschädel.

 Die Baugrube wuchs und unser Spalt zum gehen wurde immer kleiner und kleiner. An diesem Tag wurde ich mit einem Pfleger beauftragt die Stuten mit Fohlen am Fohlengurt zu den Feldern zu bringen. Mein Plan war die Stuten einzeln an diesem Spalt vorbeizubringen und einer hält sie oben und einer hält sie unten. Das habe ich versucht dem Pfleger klar zu machen aber er hat mich wohl nicht richtig verstanden. Ich bin los mit der einen Stute um sie unten aus der Hand zu geben und mir dann die Nächste zu holen.

 Ich war auf dem halben Weg und habe im Augenwinkel nur gesehen, dass sich der Pfleger oben bewegt. Ich hab versucht mich umzudrehen und ihm zu gestikulieren und zuzurufen das er stehen bleiben soll aber da war es auch schon zu spät und ich habe gesehen wie das Fohlen Queen den Halt am Abhang verloren hat und rücklings in die Baugrube gefallen ist. Ihre Mutter die Fuchsstute Anni wurde durch den Zug am Fohlengurt auch so nah an die kante gezogen das sie rückwärts auf ihre Tochter geflogen ist. So lagen sie nun da, die Tochter unter der Mama, beide mit panischen Ausdrücken im Gesicht.

 Von da ging alles sehr schnell. ich habe mit einem Bauarbeiter die Stuten in die Boxen zurückgebracht und bin losgelaufen um meine Chefs zu holen. Meine Chefin schon am Telefon angefangen zu brüllen warum wir überhaupt an diesem schmalen Pfad Pferde vorbeiführen wollten. Währenddessen wurde mit dem Kran, der Gott sei dank wegen des Hausbaues da war, angefangen zu versuchen die Stute anzuheben, damit wir vielleicht das Fohlen unter ihr befreien konnten. Die ganze Zeit über haben wir uns gedacht das der verständigte Tierarzt die Stute und Fohlen in der Baugrube einschläfern müsste, damit wir sie dann tot aus der Grube bekommen könnten.

 Zieh und Hochhebversuche der Stuten haben dazu geführt, dass sie nicht mehr gut atmen konnte, aus ihr kam nur noch ein Röcheln, aber wir haben das Fohlen rausziehen und mit dem Kran aus der Baugrube heben können. Auf festem Boden angekommen hat sich das Fohlen nicht bewegen können. Die Beine waren ganz steif und wir dachten sie hat eine Wirbelsäulenverletzung. In der Grube war nun noch Anni und wieherte panisch, weil sie ihr Fohlen nicht mehr sehen konnte und wehrlos auf dem Rücken gelegen hat.

 Auch mit Hilfe des Krans konnte schließlich Anni aus der Baugrube an ihren Fesseln gehoben werden. Sie ist auf ihrem Rücken abgesetzt worden und hat einen Moment gebraucht um sich bewegen zu können. Nachdem sie ihr Fohlen wiehern gehört hat ist sie aufgesprungen als wäre nie etwas gewesen und ist zu ihrem Fohlen geeilt. Queen ist währenddessen auch auf die Beine gekommen und hat gleich mal versucht bei der Mama zu trinken.

 Die Tierärztin ist gekommen und hat verschiedene Röntgenaufnahmen angefertigt. Mehr als Kratzer, Prellungen und Verstauchungen konnte sie bei der Stute nicht feststellen. Bei dem Fohlen hat sie eine kleine Blutung oder etwas ähnliches im Kopfbereich feststellen können. Das haben wir beobachtet über die nächsten Tage und bemerkt das aus einem etwas damischen Fohlen schnell wieder die kecke Queen wurde. Alles in allem müssen alle Schutzengel zu uns geschaut und uns geholfen haben, weil so viel mehr passieren hätte können.

 Nachdem alle Unglückshasen versorgt worden waren, ging das Fingerzeigen auf den Schuldigen los. Ich war aus irgendeinem Grund schnell aus dem Schneider. Die Bauarbeiten meinten das der Pfleger alle Schuld hat, weil er ja meine Anweisungen nicht befolgen konnte. Meine Chefin hat schnell die Bauarbeiter dafür verantwortlich gemacht, weil sie keinen Bauzaun aufgestellt hatten und somit nicht die Grube abgesichert haben, wodurch dieser Unfall erst zustande kommen konnte. Alles in Allem war es eine mehr als ungünstige Situation und eines hat zum anderen geführt. Das ist aber nur meine bescheidene Meinung.

Was nach der Lehre passiert ist

Was nach der Lehre passiert ist

Ich habe schon einige Zeit nicht mehr geschrieben was in meinem Leben abgeht und ich jetzt endlich zur Ruhe gekommen bin, kann ich nun mal euch informieren.

 Der letzte Stand von vielen war: ich mache in der Nähe von München eine Pferdewirtlehre. Das ist mittlerweile nicht mehr der Fall. Ich kann nicht sagen leider, weil jetzt wo ich draußen bin aus meinem Arbeitsverhältnis merke ich, wie viel es von mir abwelangt hat und das dies nicht der Weg war den ich gehen wollte. Hätte er mich vielleicht zu dem Ziel gebracht? Wahrscheinlich, ABER zu welchem Preis.

 Der Preis hat inkludiert: seeeeeehr lange Arbeitszeiten, nie zu wissen wann man frei hat, nichts in seiner Freizeit planen können und die freie Zeit nur für das Ausruhen des Körpers nutzen müssen.

 Also mein “Lebensplan” steht immer noch: Ich will immer noch Kindern das Reiten beibringen. Nur den Weg dorthin ist ein Anderer, als ich gedacht habe.

 Es war nicht einfach alles wieder auf zu geben und ganz von vorne anzufangen. Ich werde die Einzelheiten wie es zu der Aufgabe von meiner Lehrstelle kam für mich behalten aus Respekt vor den Personen, auch wenn nicht alles diesen Respekt verdienen.

 Für eine kurze Zeit bin ich zu Verwandten in Tirol gezogen, denen ich immer dankbar sein werde für die Unterstützung. Dann, ganz durch Zufall habe ich ein Stellenangebot vom Schottenhof-Zentrum für tiergestützte Pädagogik gesehen. Sie haben eine Praktikantin gesucht für ein bisschen über einen Monat.

 

Aber dazu mehr nächste Woche. Bis nächstes Mal.

Alle rennen weg. Ich auch!

Alle rennen weg. Ich auch!

Viele kennen das Haus das Verrückte macht in Asterix und Obelix. Rückblickend kommt mir mein Lehrhof genau so vor. Ich war über ein halbes Jahr dort und damit war ich eine derjenigen die lange durchgehalten haben. Das ist auf eine gewisse Art und Weise schon traurig und für ein gutes zusammen arbeiten nicht sehr förderlich. Zu jeder Zeit war entweder ein Pfleger oder eine Pferdewirtin zum Einschulen oder einfach gar keiner da. Wenn allerdings immer neues Personal eingeschult werden muss kann sich nur schwer so etwas wie Routine herauskristallisieren.

In meiner Probezeit arbeitete kurz eine Pferdewirtin am Hof mit der ich mich sehr gut verstanden habe. Sie war nicht viel älter als ich und hat sich in meiner Eingewöhnungsphase ein bisschen meiner angenommen. Nach zwei Wochen hat sie mir eröffnet das sie nicht länger in diesem Arbeitsverhältnis bleiben will. Mich einweihen ins das Geheimnis warum wollte sie nicht. Ich sollte mir mein eigenes Bild machen. Ich habe ein halbes Jahr dafür gebraucht.

Die Pferdewirtin war respektvoll und hat weiter gearbeitet. Natürlich ist die Motivation unbezahlte Überstunden zu machen und immer einen Handgriff mehr zu tun als nötig nicht mehr da, wenn man beschließt ein ausnützendes Arbeitsverhältnis zu beenden. Das war meiner ehemaligen Chefin natürlich gar nicht recht und an einem Tag wurde ihr gesagt sie solle ihre Sachen packen und sofort ausziehen. Von dem Moment an wusste ich: Falls ich diesen Hof verlassen wollte musste ich quasi auf gepackten Sachen sitzen.

Nach einiger Zeit kam eine neue Pferdewirtin, die schon mehr Lebenserfahrung hatte. Sie sollte mit den Jungpferden, dem Unterricht und züchten helfen. Da wir zu dieser Zeit keinen Stallburschen hatten mussten beide Pferdewirtinnen und ich den Stall ausmisten. Schnell wurde klar das sie das Tempo der anderen Pferdewirtin nicht halten konnte. Sie war um einiges langsamer und das führte dazu das die Chefin nur noch sauer auf sie war und man ihr nichts mehr recht machen konnte. Sie hatte auch bei ihrem Vorstellungsgespräch ein Reitniveau angegeben das leider nicht den Erwartungen entsprach, somit hatte unsere Chefin beschlossen sie nicht an die Jungpferde zu lassen.

Alles in allem keine tolle Situation und von einem Tag auf den anderen war sie weg. Wie vom Erdboden verschluckt. Alle Sachen von ihr waren noch in der Wohnung und auch ihre Meerschweinchen waren noch da. Nachdem sie sich einige Tage nicht blicken gelassen hat haben wir eine Räumung der Wohnung durchgeführt. Schimmel in den Töpfen war das angenehmste was wir aus dieser Wohnung entfernt haben. Ich Nachhinein haben wir erfahren das sie sich wohl selber in eine Klinik eingewiesen hat, da sie sehr unter dem Arbeitsverhältnis leiden musste, was ich sehr gut nachvollziehen konnte. Von dem Moment an wusste ich: Falls ich diesen Hof verlassen wollte musste ich quasi auf gepackten Sachen sitzen, sonst wird alles weggeschmissen und ohne Sorgfalt behandelt.

 

Von einem Arbeiter möchte ich noch erzählen. Er war ein Pfleger, der von einer ungarischen Firma geschickt wurde. Leider konnte er kein bis ganz wenig deutsch und englisch. Die Verständigung stellte sich von Anfang an als schwierig heraus. Gearbeitet hat er okay aber nicht so gut wie den Pfleger, den er vertreten hat. Er war leicht dicklich und hat auch geraucht, das ist mir im Normalfall egal aber in dieser Geschichte wird das noch wichtig. Beim Arbeiten hat er geschwitzt und es war alles anstrengend für ihn.

Die Rauchpausen wurden immer länger und das ist natürlich den Chefs aufgefallen. Wer musste sich darum kümmern: der Lehrling natürlich, wer denn sonst. Ich habe versucht ihm klar zu machen das es so nicht weitergehen kann und er ein bisschen mit dem Arbeitstempo zulegen musste. Angekommen ist das allerdings nie. Bei einem Pferde von der Weide holen wurde er von einer verrückten Stute niedergerannt und danach hat er sich über Schulterschmerzen beschwert. Den Chefs war das egal, sie haben ihm Schmerzmittel geben wollen und sie haben ihn gleich weiter misten lassen. Zwei Tage später ist er, laut eigenen Angaben von einer Heubodensicherheitsleiter hinuntergefallen. Nach diesem Vorfall hat er jegliche Arbeit verweigert. Ihm wurde angedroht, dass er gar keinen Lohn bekommen würde, das er ja nicht zum Arzt gehen dürfe und das ja gar nichts passiert sei. Von dem Moment an wusste ich: Falls ich diesen Hof verlassen wollte musste ich quasi auf gepackten Sachen sitzen, sonst wird alles weggeschmissen und ohne Sorgfalt behandelt und mit allen Anschuldigungen rechnen.

Das gelernte konnte ich bei meinem eigenen Abgang vom Hof natürlich anwenden. Da ich mich nicht getraut habe allein zu kündigen, habe ich meinen Vater gebeten mir beizustehen und mein Felsen in der Brandung zu sein und WOW war das die richtige Entscheidung.

Angefangen hat alles damit das ich einen Unfall hatte. Mein Knie hat eine Bewegung nicht mehr mitgemacht und nachgegeben. Ich konnte eine Stunde nicht mehr aufstehen und niemand erreichen, der mir helfen konnte. Mir wurden von meinem Chef starke Schmerzmittel verschrieben und gesagt: wenn es morgen nicht besser ist dann musst du zum MR. Was spürt man aber nicht mehr mit einer kräftigen Dosis Schmerzmittel? Ja klar: Schmerz! Natürlich war es am nächsten Tag besser. Konnte ich laufen? Nein, aber der Schmerz war weniger. Am übernächsten Tag ging ich wieder arbeiten. Ich habe allerdings für zwei Wochen verweigert mich auf ein Pferd zu setzten, weil einfach nichts gestimmt hat und ich Angst hatte bei einer Kleinigkeit mich durch die Schmerzen nicht mehr am Pferd halten zu können.

Am letzten Tag des Oktobers wurde ich am Abend zu einem Gespräch mit meiner Chefin gebeten. Mir wurden meine Möglichkeiten aufgezählt, da meine Lehrmeisterin den Hof verlassen hatte und kein neuer Meister innerhalb der Frist gefunden wurde. Ganz schnell wurde mir klar das meine Chefin wollte das ich 4,5 Jahre am Hof arbeiten sollte, am Besten noch zum Gehalt eines Lehrlings nur damit ich dann vielleicht zu einer Sonderprüfung zugelassen werden konnte. Das wollte ich aber von Anfang an nicht und habe ich auch genau so mitgeteilt. Meine Chefin versicherte mir das sie weiter unermüdlich nach einer Möglichkeit suchen will, da sie mich umbedingt behalten will.

 

 

Einen Tag später wurde mir per SMS gesagt das es keine Lösung geben wird und ich mich entscheiden muss was ich weiter tun will. Es gäbe aber immer einen Platz am Hof für mich und sie würden sich freuen wenn ich mich dazu entschließen würde zu bleiben. Mein Vater ist am Folgetag am Hof angekommen und hat sich mit mir gemeinsam meiner Chefin gestellt.

In dem Gespräch wurde mir einiges vorgeworfen. Unter anderem, dass ich schon alle Urlaubstage in dem Jahr aufgebraucht hatte, das ich immer Stunden Mittagspause machen würde (an diesem Punkt hat sogar die immer loyale Pferdewirtin widersprochen), alle Boxen verdrecken lassen würde, immer fahrlässig mit den Pferden umgehen würde, nicht nett zu den Reitschülern sein würde und noch vieles mehr. Mein Vater und ich habe versucht ein paar Punkte zu verhandeln, aber in dem Moment wo ich die Kündigung ausgesprochen hatte, war bei meiner Chefin für sie alles erledigt und ich sollte weg und raus.

Wir mussten in vier Stunden meine Wohnung ausräumen und alles in zwei Autos gepackt ging es Richtung Tirol, zu meinen Verwandten. Der Plan war das ich mir von dort aus eine neue Lehrstelle suchen würde. Ich habe dann für eine Woche nur geschlafen und feststellen müssen, dass ich mich gar nicht wohl fühle mit dem Gedanken vom Regen in die Traufe zu gelangen und vielleicht sogar nur einen schlimmeren Arbeitsplatz zu finden. Als sich dann die Möglichkeit am Schottenhof angeboten hat habe ich mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge wieder einmal umorientiert.

Die Lehre beginnt und endet!

Die Lehre beginnt und endet!

Ich habe mich für den Hof D. entschieden. Warum? Einerseits ist der Hof sehr vielseitig und bietet einem Auszubildenten alles das man sich wünschen könnte und er ist auch nahe genug, dass ich für ein längeres Wochenende meine Eltern besuchen könnt. Am Anfang war auch alles gut: Ich bin jeden Tag auf einem oder mehreren Pferden gesessen, habe ich mit um Fohlen kümmern können und natürlich durfte ich auch ausmisten das ist ja ganz normal und gehört immer dazu.

Unterricht habe ich regelmäßig bekommen von meiner Ausbildnerin, der anderen Pferdewirtin oder der Chefin. Meistens bin ich ein Pony namens Prinz geritten. Er ist sehr sensibel und wurde mit jungen Jahren schon sehr gefördert und wahrscheinlich überfordert. Daraus hat sich ein krampfhaftes Mundöffnen und gegen die Reiterhand ankämpfen entwickelt. Außerdem war er wenn man ihn nicht die ganze Zeit mit neuen Lektionen abgelenkt hat ist er teilweise aus unerklärlichen Gründen von dem ersten Hufschlag in die Mitte gesprungen. Im Gelände und am Platz war er viel entspannter und fast ein sehr gutes Verlasspferd. Ich bin von ihm in einem halben Jahr öfters heruntergefallen als in meinem gesamten Reiterleben. Aus welchem Grund auch immer fand ich ihn aber interessant und bis auf die paar Aussetzer hat es mir viel Spaß gemacht.

Das nächste Pferd, das ich öfter reiten durfte war eine kleine Warmblutstute. Sie war mir ein sehr gutes Lehrpferd und mit ihr hatte ich jedes Mal sehr viel Spaß. Ich habe mit ihr das erste Mal Außengalopp, einfache und fliegende Wechsel gemacht. Waren die Wechsel ausbaufähig? Auf alle Fälle aber es war spannend und ich habe von ihr viel lernen können.

Nach einiger Zeit habe ich leider miterleben müssen wie ein Mitarbeiter nach dem anderen hinausgeschmissen wurden. Ich habe ein bisschen nachgedacht und mir fallen nicht einmal alle Namen ein, die in dem halben Jahr in dem ich auf dem Hof war, gegangen sind oder gegangen wurden. Dabei waren zwei PferdewirtInnen und ein paar Pfleger. Die Geschichte mit dem Pfleger ist eigentlich ganz interessant und man sieht wie die Einstellung zu Arbeitern an diesem Hof war.

Angefangen hat es recht gut und er war nett, schnell genug und hat angepackt. Ja, die Boxen waren teilweise nicht auf Standart gemistet, wie es in diesem Stall erforderlich war. Hätte sich dieses “Problem” nach der Einarbeitung wahrscheinlich von selbst erledigt? Japp, ziemlich sicher. Naja, es wurde natürlich nicht mit ihm normal geredet sondern ihm gesagt, wenn er es nicht in den nächsten Tagen einwandfrei, dann kann er gehen. Seine Arbeitsmoral ist seit diesem Gespräch immer schlechter geworden: die Rauchpausen haben sich gehäuft, gemistet wurde immer länger und für Freundlichkeit war auch keine Zeit. Dazu kommt, dass wir höchstens eine halbe Stunde Mittagspause machen durften. Angefangen hat unser Arbeitstag um 7 Uhr und ging bis mindestens 19 Uhr, öfters auch länger je nachdem was noch zu tun war.

Nach dem er ein paar Wochen auf dem Hof gearbeitet hat war eine Fohlenschau ungefähr 1 1/5 Stunden vom Hof entfernt. Wir haben in der Früh drei Stuten und Fohlen eingeladen und sind losgefahren. Der Hof war nun in der Hand des Pferdepflegers und er sollte den ganzen Tag einfach nur ausmisten während wir weg waren. Da fünf Stuten mit Fohlen präsentiert werden mussten sind wir mit zwei Anhängern zurückgefahren und haben die letzten zwei Stuten geholt. Am Hof angekommen haben wir bemerkt das kein Pfleger mehr am Hof war. Er hat sich aus dem Staub gemacht und ist weggefahren. (Er hat schneller verstanden, dass manche Arbeitsverhältnisse zu ausnützend sind um sich dort aufzuhalten.)

 

 

Ich habe für diese Entscheidung noch einige Monate gebraucht, aber ich sollte mich selbst nicht beim erzählen überholen. Wir haben immer wieder für kurze Zeit Pfleger gehabt und dann wieder nicht. Wenn kein Pfleger da war hat die Stallarbeit fast meinen gesamten Tag eingenommen. Zum Reiten oder longieren bin ich immer seltener gekommen und so bin ich langsam von einem Lehrling zu einem schlecht bezahlten Pferdepfleger mutiert. Die Tage wurden länger, der Druck immer stärker und der Unterricht fiel fast gänzlich aus.

In meiner Freizeit konnte ich nicht mehr tun als zu schlafen. Im Frühjahr 2017 hatte ich meine Fotografierfirma gegründet und konnte während der Lehre genau ein Modelshooting machen, weil mir sonst immer einen Tag bevor ich meine Freizeit hatte, bescheid gesagt wurde. Mit so einem Zeitplan kann leider nur wenig geplant werden, geschweige denn irgend jemand fragen, ob Interesse an einem Fotoshooting besteht, wenn man keine möglichen Termine anbieten kann.

Im September wurde mir gesagt das meine Ausbilderin einen Job in einem anderen Betrieb annehmen wird, sie allerdings mich umbedingt weiter als Lehrling behalten wollen und sie möglichst schnell einen neuen Meister suchen wollen. Zur gleichen Zeit musst ich mich in der Berufsschule anmelden und hatte meine ersten zwei Berufsschulwochen und wow hat das Spaß gemacht. Endlich wieder Sozialkontakt und Leute in meinem Alter mit denen ich mich super verstanden habe.

Um es kurz zu machen: ich hatte eine Knieverletzung in den letzten Wochen meiner Lehre. Bis zum Ende wurde mir versichert das ich wunderbare Arbeit leiste und sie mich als Arbeiterin weiter anstellen wollen, damit ich nach mindestens 4,5 Jahren zu einer Sonderprüfung zugelassen werden könnte und das alles nur weil sie keinen neuen Meister gefunden haben oder finden wollten. Ich habe mir nur gedacht: SICHER NICHT MIT MIR! Ich mach doch nicht diese unterbezahlte Sklavenarbeit mehr als 4 Jahre wenn ich es auch in 2 machen könnte und dann voll bezahlt werden könnte! Durch meine Verletzung habe ich weniger arbeiten und schon gar nicht junge Pferde reiten können. Das hat meiner Chefin gar nicht gefallen, aber sie hatte keine andere Wahl als mich mit leichterer Arbeit zu beschäftigen.

Naja über kurz oder lang war klar, dass ich da nicht bleiben kann und will, weil der Hof mir nicht das bieten kann was mir wichtig ist und was ich als Ausbildung brauche. Um das Kündigungsgespräch zu überstehen habe ich meinen wunderbaren Vater gebeten mich zu unterstützen, nur damit ich nicht alleine rausgeschmissen werde. (Ich habe ja vorher schon von mehr als 4 Menschen gesehen die einfach so rausgeschmissen und sofort ihre Wohnung räumen mussten.) In diesem Gespräch wurde mir alles vorgeworfen was ich jemals falsch gemacht zu haben scheine. Meine Chefin hat mir sogar so unglaubliche Sachen an den Kopf geworfen, das sich die Pferdewirtin eingeschalten hat und ihr wieder sprochen hat. Das Resultat aus diesem Gespräch war das mein Vater und ich in vier Stunden die Wohnung ausgeräumt haben und auf zu meinen unglaublichen tiroler Verwandten gefahren sind, die mich ohne zu überlegen aufgenommen haben.